Nachklang Tagung 2009
Barbara Sher hat es gefunden, das Grundproblem so vieler Menschen: Isolation ist ein Traumkiller. Gefunden hat sie ebenfalls das Erfolgsrezept für die Wunschtraumverwirklichung: Unterstützung durch ein Team Gleichgesinnter. Die amerikanische Erfolgsbuchautorin und Erfinderin der Erfolgsteams erinnert uns, wie wichtig es ist, seinen wahren Traum zu entdecken und ihn zu leben, auch wenn er zunächst kein Geld einbringt. Selbstbewusst verkündet sie die frohe Botschaft: Wir dürfen uns unsere Wünsche zugestehen, und wir dürfen sie verwirklichen! Wir alle haben es verdient. Ihr Motto: Lebe das Leben, das du liebst! Nicht alle müssen ihr Leben vollkommen umkrempeln bei der Traumverwirklichung. Manchmal reicht es, wenn wir unseren Traum nur fünf Minuten am Tag leben. Fünf Minuten, die uns nähren, Kraft spenden und unserem Leben einen Sinn und eine Ausrichtung geben. Aber Vorsicht: Die Realisierung der Träume kann uns auch ganz schön Angst einjagen und ruft oft innere Widerstände auf den Plan. Widerstände, die wir oft nicht alleine überwinden können. Erfolg ist dann beschieden, wenn wir uns gemeinsam auf den Weg machen.
Die Botschaft der Liebe klingt mit Sanju Misra, einer indisch-deutschen Psychotherapeutin an. Liebe ist die Urkraft des Seins und kein Gefühl, Liebe ist ein Zustand der Verbundenheit, des Einsseins. In diesem Sinne bedeutet Liebe nichts persönliches, was sich an jemanden richtet und an andere nicht. Liebe lässt frei und hält nicht fest, Liebe zeigt sich jenseits von Standpunkten des persönlichen Ego, das sich aus Abgrenzung und Angst nährt. Liebe gibt wie die Erde. Sie wird etwa sichtbar in der liebenden Haltung eine Mutter zu ihrem Neugeborenen. Sanju Misra ruft auf, das zu leben, was uns ins Herz gelegt wurde. Was gut und konstruktiv für uns ist, ist auch schöpferisch und gut für die Welt. Wenn jeder das tut, was er wirklich, aus tiefstem Herzen will, leben wir im Paradies. Nach Walt Disney ist viel mehr möglich, als wir zunächst glauben: Wenn wir etwas träumen können, können wir es auch tun!
Nach einem Sturz aus 15 Metern Höhe mit der Folge einer Querschnittlähmung war Clemens Kuby zu mehreren Monaten meditativer Reha-Pause gezwungen. Dies und die Erfahrung einer „Spontanheilung“ hat sein Leben tiefgreifend verändert. Das Phänomen ‚Heilung’ war fortan seine Vision. Heilung geschieht, wenn Harmonie besteht. Grosse Wichtigkeit hat dabei die Synchronisierung unserer beiden Gehirnhälften. Sie ermöglicht den Seelenkontakt bei niedrigen Hirnfrequenzen, dem Alpha-Zustand. Krankheit muss nach Kuby kein Fluch sind, vielmehr ist sie ein Entwicklungsmotor, denn Entwicklung geschieht immer dort, wo Herausforderungen überwunden werden wollen. Die Krankheit ist die individuelle Botschaft der Seele an uns, der Seele, die uns auf den Weg bringen möchte, unsere wahre Bestimmung zu leben und hindernde Bindungen zu lösen. Wer auf sein Bauchgefühl, die innere Stimme, hört und intuitiv seinen Weg geht, kann manches Unheil verhindern. Kuby lädt uns ein, ein neues, ganzheitliches Menschenbild zu entwickeln: Der Mensch ist im Wesentlichen kein materielles oder bio-chemisches, sondern ein geistig-seelisches Wesen. Mit dem Gehirn schaffen wir uns unsere Wirklichkeit. Innere Bilder und Geschichten schaffen sich entsprechende Gehirnstrukturen, und schaffen auch Gesundheit. Kuby ruft uns auf: Lebe deinen Film!
Zwei Leitsätze prägen das Wirken von Peter Spiegel: „An positive Gestaltungsmöglichkeiten im Leben nicht zu glauben, ist Dummheit“ (H. Faihinger), und „Jeder Mensch ist ein Bergwerk, reich aus Edelsteinen (aus dem Bahai-Glauben). Peter Spiegel begleitet das Wirken des Friedensnobelpreis-Trägers Muhammad Yunus, dem Gründer der Grameen-Bank, seit vielen Jahren. Diese Bank der Armen vergibt Mikrokredite an die Ärmsten der Armen in Bangladesh. Die Geschäftsidee der Grameen-Bank ist ein erstes Social Business-Projekt, das soziale Anliegen und wirtschaftliche Interessen verbindet. Zwei Merkmale prägen Social Businesses: Einerseits sind sie nicht Profit-orientiert, der Gewinn bleibt im Unternehmen. Andererseits versteht sich ein Social Business als Löser gesellschaftlicher Probleme, die Geschäftsidee verbindet sich mit einer gesellschaftlichen Vision. Wir sprechen dann zum Beispiel nicht mehr von Automobil-herstellern, sondern von Ermöglichern einer Mobilität, was den Geschäftshorizont wesentlich erweitert. Charakteristisch für Social Businesses ist, dass eine ganz neue Unternehmeskultur entsteht, dass die Mitarbeitenden durch die Abstimmung persönlicher Ziele und der Unternehmens-Vision eine viel höhere Motivation und Leistungsbereitschaft zeigen. Social Business ist deshalb ein Zukunftsmodell, das Schule macht und dem sich weltweit mit wachsender Geschwindigkeit immer mehr Unternehmen, auch ganz grosse, anschliessen.
Wir stehen in einem Paradigmen-Wechsel, von der Angst hin zur Liebe. Hans Jecklin will uns Mut machen, die Welt anzunehmen, zu lieben, so wie sie ist, die Welt ans Herz zu nehmen und zu klären: Wo habe ich einen Bezug zur Welt? Dort, wo das Feuer meines Herzens auf einen Dienst an der Welt trifft, entstehen neue unternehmerische Kräfte. Firmen und Organisationen können so Ausdruck der Liebe und Hingabe werden, die an einen tieferen Sinn gekoppelt sind. Der Lebenssinn der Mitarbeitenden soll dabei im Unternehmens-Sinn aufgehoben sein. Jecklin erklärt den Prozess anhand des Musikhauses Jecklin vor einigen Jahren: Ausgangspunkt des Unternehmens wurde in einer Visionsarbeit nicht mehr das Verkaufen von Notenblättern. Vielmehr stand plötzlich die Frage im Zentrum: Was ist die Aufgabe der Musik in der Gesellschaft, und was ist dabei unser Beitrag? Es wurde ein gemeinsames Unternehmensbild mit sämtlichen Mitarbeitenden geschaffen: Wie riecht ein ideales Musikhaus, wie fühlt sich das an, was sehe ich da? Ein gemeinsamer Prozess, der in der Haltung der Mitarbeitenden viel verändert hat.
In einem Workshop schilderte Matthias zur Bonsen seine Vision, Organisationen aufblühen zu lassen und zu voller Lebendigkeit zu führen. Eine Unternehmens-Vision steht nicht auf Papier, sie ist etwas höchst Lebendiges, ein Energie-geladenes Bild oder sonst ein sinnlicher Eindruck eines Zielzustandes. Eine Vision hat nach zur Bonsen drei Aspekte: Der Planet steht für den höheren Zweck des Unternehmens, den tieferen Sinn, was die Seele des Unternehmens ist, die Kern-Idee, die oft in den Gründern als Visionäre sichtbar wird. Der Brilliant ist ein Bild, das zum Ausdruck bringt, wie das Unternehmen ist, wenn alles aufs Schönste funkelt. Der Aspekt des Berges zeigt die nächste grosse Herausforderung eines Unternehmens. Eine Unternehmens-Vision bedarf der Pflege, der Staub des Alltags will immer wieder abgewischt werden.
Thomas Heinle belebte zusammen mit Gaby van Dyk mit Ihrem Spiel Quantopoly und in einem anregenden Workshop gemeinsam mit Martin Bertsch die Visions Tagung 2009. Visionen sind nicht nur eine Spielerei der Teppich-Etagen: Sie sind die Essenz eines Lebensunternehmertums, einer Kraft, die gerade jenen Menschen, die aus der Gesellschaft ausgeschlossen sind, die Würde und Kraft zurückgibt.