Vor- und Nachklang von Karl Gamper
Diese Gedanken stammen aus Karl Gampers Blog, siche auch unter www.manifestation.cc
Siehe auch Vorträge von Karl Gamper unter Nachklang Visions Tagung 2010

Was habe ich von einer Vision?
Eine Vision ist ein inneres Bild. Dieses kann jeder Mensch aktiv und bewusst erschaffen – wie ein Ideen-Konzert. So wird die Vision zu einem virtuellen Gemälde aus Gedanken und ist die Folge einer Visions-Arbeit. Einer Beschäftigung mit “Vision.” Anders gesagt: Die Vision ist ein Gemälde – das im Bewusstsen eines Menschen ruht. Gegenwärtig. Abrufbar in jedem JETZT begleitet es den Lauf des Lebens.
Deines Lebens. Meines Lebens. Die Vision kann so zu einem Fixstern werden, der unser Handeln in der Gegenwart einfärbt. Der unserem Leben jene Richtung gibt – die wir wählten und im Himmel unseres Bewusstseins verankerten.
Das ist allerdings nur ein Aspekt einer Vision. Und zwar jener, der mit einer bewussten Visionsarbeit einhergeht. Und der sich öffnet für Fragen wie: Wie soll denn mein Leben aussehen im Jahr xy? Wofür soll mein Leben stehen? Was wil sich durch mich ausdrücken? Wie will ich von anderen gesehen und wahrgenommen werden? Nach welchen Kriterien will ich denn entscheiden und handeln? Visionen, die so aufgebaut sind – suggerieren eine große Klarheit.
Es gibt noch eine andere Form eines inneren Bildes – eines inneren Rufes, der wenig bis gar nichts mit Arbeit – wie eben beschrieben – zu tun hat. Ich spreche von jenem Call, den wir alle hören, wenn wir mit dem Herzen lauschen. Meine Erfahrung ist: Das ist dann kein so klares Bild. Viel weniger mental gefärbt. Es ist mehr ein inneres Wissen, ein innerer Klang – ein Ahnen, dem wir folgen. Wie ein Rauchzeichen der Liebe. Ich, Karl Gamper, lebe so.
Mein Leben ist ein Tanz mit den Situationen des Alltags. Bei diesem Tanz bin ich mit einem Fuss im Größeren verankert, im Spirit, in jener LebensKAFT – die das Leben selbst ist. Und mit dem anderen Fuss? Der andere Fuss gehört der Notwenigkeit – die sich aus den tanzenden Situationen des Alltags ergibt. Aus den Anforderungen, die mir einerseits das Leben hinhält – und die ich anderseits auch wählte. Die ich will, weil sie mich auf gute Art fordern. So gesehen ist meine Vision der Flow mit dem Leben. Ein Tanz, der die Frage nach einem “wer tanz mehr” absurd erscheinen lässt. Wenn zwei tanzen – wer tanzt mehr? Das Paar verschmilzt zu einer Einheit in Bewegung.
Es tut mir überaus gut, jenseits dieser Zielfixiertheit zu leben und doch ausgerichtet zu sein. Tiefer gesagt: Das ist für mich der KarawanenWeg: Der Tanz aus Notwendigkeit und Kraft. Der vituose Tanz aus Notwendigkeit und Kraft – ist ein Erbe. Pythagoras, der Buddha des Abendlandes, sagte: “Ein ehernes Gesetz bindet Kraft an Notwendigkeit.” Wenn Notwendigkeit + Kraft in Harmonie sind – ist unser Leben in Harmonie. Notwendigkeit kommt aus dem Körper und aus dem Verstand. Kraft kommt aus dem Herzen und aus der Seele.
Sind Verstand und Herz im Einklang, dann leben wir unser Leben am Schnittpunkt von Himmel und Erde, von Körper und Seele, vom Sichtbaren und Unsichtbaren. Ein Paradox wird erfahrbares Leben: Kristalline Individualität findet Geborgenheit in der sozialen Gemeinschaft. Das Leben wird friedlich und wunder-wunder-schön. Das hast du dann von einer Vision, die eher ein Klang ist als eine Glocke, die eher ein Aroma ist als ein Kochtopf. In der für dich rechten Form köchelt die Erfüllung für dich. Freude.
Frühstück mit Hans Peter Dürr
Bisher habe ich es vermieden, zu persönlich auf meinem Blog zu schreiben. Der Grund ist eine gewisse Scheu und auch die Frage, ob das die LeserInnen meines Blogs wirklich interessiert? Diese Frage kann ich mental nicht vorwegnehmen. Ich werde es an der Reaktion von euch bemerken.
Mein Beruf als Autor bringt es mit sich, dass ich wundervolle Menschen kenne. Praktisch alle haben ein gutes Standing in ihrem Beruf und viele sind auch in der Öffentlichkeit stabil verankert. Wie beispielsweise Hans-Peter Dürr. Professor, weltbekannter Quantenphysiker, legendärer Leiter des Werner Heisenberg Institutes in München. Wir verabredeten uns zum Frühstück an den Gestaden des Zürcher Sees – und zwar um die vitale Zeit 8:00 h morgens im Romantik-Hotel Sonne. Um 11:00 h schloss offiziell das Frühstücks-Restaurant. Um 12:30 h wurden unsere Schweizer Gastgeber vornehm ungeduldig mit uns …
Hans-Peter Dürr ist 81 Jahre jung. Das Gespräch mit ihm war eher ein Monolog; was ich auch beabsichtigte. Er sprach – nur sehr spärlich durch Fragen von mir auf die Ausformung bestimmter Details gelenkt. Es war zauberisch. So muss eine Zeitreise sein! Urplötzlich und menschlich-lebendig nahmen die Großen der Quantenphysik an unserem Tisch Platz. Niels Bohr. Wolfgang Pauli. Oppenheimer. Max Planck. Wernher von Braun. Vor allem sein Doktor-Vater Edward Teller und natürlich Albert Einstein, der Zeit seines Lebens der Quantenphysik höchst skeptisch begegnete. Und natürlich der große Werner Heisenberg, mehr Philosoph als Physiker.
Ich wollte vor allem seine Sicht zum Thema “Wirklichkeit” ausloten. HPD: “Wirklichkeit ist etwas, was wir nicht wirklich greifen können, wie schon Meister Eckhart sagte. Wirklichkeit ist das, was wirkt. Wirklichkeit ist Potenzialität. Es ist unendlich viel an Wahrscheinlichkeit. Zunächst gibt es nur Beziehung – und ein IST gibt es nicht. Es gibt nur Wirks, Passierchen. Es gibt nur das, was wird. Die Welt besteht aus Software, nicht aus Hardware. Und vor allem gibt es nichts, was nur lokal wäre. Wer lebendig sein will, muss Unsicherheit lieben. Das Paradigma des Lebendigen besteht aus Differenzierung und Kooperation. Das Differenzierte kooperiert und es entsteht ein neues Holon. So bilden Differenzierung und Kooperation eine Symbiose auf höherer Ebene.”
Es war ein Gespräch mit einem Weltbürger, der aktuell einen Lehrstul in Japan hat und 2011 einen in China anzunehmen bereit ist. Und der ein Meister der Erzählkunst ist. Charmant. Eloquent. Mit kosmischer Perspektive und einem guten Schuss Selbstironie. In diesem Geist zum Abschluss ein Zitat von Marces Proust: >The real act of discovery consists not in finding new lands but in seeing with new eyes.<
NEW EYES werden in meinem Verständnis unsere aktuelle postmoderne Brille mit Abstand betrachten. Losgelöst. Als Zeuge. Was finden wir dann? Eine transpersonale Schau, die im Leben selbst Bewusstsein erkennt, das sich evolutionär entfaltet. Dieser gesamte Prozess wird sich durch uns Menschen seiner selbst bewusst. So entsteht aktuell ein bewusstes WIR, das co-kreativ mit der Natur als WIR wirkt. Der Ozean ergießt sich in den Tropfen, der mit dem Gesamten wellt.
Zum Schluss haben wir einander in guter Männerart von Herzen umarmt. Vielen Dank – Hans-Peter Dürr.