Vision und Geld
Geld ist ein vielschichtiges und kontroverses Thema. Es hat eine gesellschaftliche Dimension, wobei nachfolgender Kurzfilm aus Deutschland ein höchst interessanter Beitrag ist. Der dargestellte Sachverhalt wird in Westeuropäischen-Ländern wohl ähnlich sein.
Geld hat aber auch einen individuelle Dimension. Peter König erfoscht dieses Thema bereits seit 25 Jahren und wird mit dem Plenum in einem Abendprogramm die Bedeutung des Geldes für die Visions-Verwirklichung erörtern.
Hier ein Vorgschmack zum Thema Geld und Lebensqualität:
Macht Geld glücklich?
Interview von Daniel Straub, Zeitschrift 'Lebensqualität', mit Peter König
Wie ist das Zusammenspiel von Geld und Lebensqualität? Habe ich Lebensqualität, wenn ich Geld habe?
Nein. Bei Lebensqualität in Bezug auf Geld geht es um die Freiheit im Umgang mit Geld. Man bracht eine innere Freiheit. Es ist hilfreich, wenn ich Geld als Werkzeug nutzen kann.
Bedeutet Geld Freiheit?
Nochmals Nein. Man ist frei, wenn man mit und ohne Geld frei ist. Wenn man denkt, dass man nur mit Geld frei ist, befindet man sich schon in einem Gefängnis.
Viele Leute träumen vom grossen Lottogewinn. Sie denken, dass eine grosse Summe Geld sie glücklich machen wird. Deine Forschung hat ergeben, dass Geld nicht an und für sich glücklich macht. Weshalb hält sich der Mythos, dass Geld glücklich macht so hartnäckig?
Das ist ganz einfach. Wir sind alle erzogen worden in einer Welt, die vom Denken der industriellen Revolution geprägt war. Wir denken, um frei zu werden und tun zu können was wir wollen, müssten wir zuerst arbeiten und Geld verdienen. Und wenn wir irgendwann genügend Geld haben, dann werden wir endlich tun können, was wir wollen. Der mögliche Lottogewinn ist ein Versprechen, diesen Prozess zu beschleunigen. Dass wir nicht arbeiten müssen, sondern die Arbeit direkt überspringen können. Wenn dann Ende Woche der Lottoschein nicht gewonnen hat, kauft man den nächsten und so bleibt die Hoffnung erhalten. Für diese Leute ist es angenehmer mit dieser Hoffnung zu leben. Irgendwann werden sie süchtig danach. Die Hoffnung auf den Lottogewinn ist ein Kompensationsmechanismus für Menschen, die nicht eigentlich ihr Leben leben. Sobald jemand das Glück oder die Gnade hat, sein Inneres vollständig zu leben, dann fällt das Interesse an der Lotterie weg.
Du sprichst die geschichtliche Dimension an. Dass Geld glücklich macht: War das früher während der industriellen Revolution einmal wahr?
Es handelt sich um eine Täuschung. Während der industriellen Revolution brauchte man ein Argument, um die Leute zu überzeugen, dass sie von den Feldern in die Fabriken kamen. Also kommt man in die Fabriken und wird dafür entschädigt. Das Versprechen war, dass alle den Profit von diesen Tätigkeiten teilen. Damit war der materielle Profit gemeint. Und in einem materialistischen Sinn, sind wir alle Profiteure von dem, was die Industrie erzeugt hat: Zum Beispiel die Eisenbahn oder die Zentralheizung. Aus materieller Sicht war das ein Erfolg. Aber unsere Gedanken gingen weiter. Wir dachten nun, wir könnten alles haben. Dass auch die nichtmateriellen Bedürfnisse auf diesem Weg befriedigt werden können. Aber in meinen 25 Jahren Forschung habe ich nicht eine Person getroffen, für die das funktioniert hat. Und trotzdem ist die diese Täuschung noch recht verbreitet. Es ist eine riesige Selbsttäuschung.
Was bedeutet für dich persönlich Lebensqualität?
Es ist ganz einfach. Seine Talente und eigene Besonderheit leben zu können. Ein Wort dafür ist die innere Leidenschaft. Wenn man die leben kann ist man zufrieden. Das regelt sich das Leben in allen Lebensbereichen. Das populäre Konzept von Work-Life-Balance ist für mich ein Gräuel und bedeutet Stress. Das Wort Balance impliziert, dass man wie ein Seiltänzer auf einem Seil ist und alle Bereiche seines Lebens balancieren muss. Das ist anstrengend. Wenn man seine innere Stimme hört, seinen inneren Weg geht und seiner inneren Leidenschaft folgt, dann braucht man nicht zu balancieren. Alle Lebensbereiche kommen automatisch in die gewünschte Balance. Diese Leidenschaft auszuleben ist für mich Lebensqualität.