Vision und Zeit
Karl Gamper, Autor und Unternehmesberater, sowie Referent an der 2. Visions Tagung am 27.11.2010 stellt sich Fragen und äussert sich zum Thema einer menschlichen Wirtschaft und der Frage der Authentizität des Menschen.
Ein wichtiges Forschungsgebiet für Karl Gamper ist das Thema Zeit. Karl Gamper gibt uns einen Einblick in seine Zeit-Welt als Vorgschmack auf seine Beiträge an der 2. Visions Tagung in einem Abendprogramm und einem Impulsvortrag.
Es war im Oktober 2007. Berlin. Ich sprach auf dem Bleep-Kongress. "Bleep" ist ein überaus erfolgreicher Dokumentarfilm, der Quantenphysik als 'Physik der Möglichkeiten' darstellt. Im Zuge dieses Kongresses gab es eine Begegnung, die meiner Arbeit eine neue Richtung gab. Ein Künstler sprach mich an und sagte: "Ich habe ein dreidimensionales Goldbild geformt. Und ich bin zutiefst davon überzeugt, dass ein intensives Betrachten dieses Bildes dazu führt, dass unser Gehirn neu rechnet und sich jene Dimension erschliesst, die über der dritten liegt." Also jenseits unseres dreidimensionalen Raumes. Das ist – wie wir alle wissen – die Dimension der Zeit. Einstein sei gedankt.
Lassen Sie es mich kurz machen: Ich erwarb das Kunstwerk und begann, mit diesem Bild zu experimentieren. Eine Vielzahl von dünnen Goldplättchen sind darauf zu kleinen Hügeln geformt. Dahinter eine Stahlplatte. Ein wunderschöner Anblick in 3-D, den ich im Laufe der Zeit durch Lichtexperimente verfeinerte und bald durch spezielle Frequenzen erweiterte.
Bis dato habe ich mehr als 450 Sitzungen dokumentiert. Und es stimmt: Ich kann heute die Weichheit der Realität sehen und verstand aus Erfahrung, dass Zeit viel mehr ist als jene Uhrenzeit, wie wir sie kennen. Diese Uhrenzeit ist in gewissem Sinn eine Raumzeit. Warum? Die Erde dreht sich um die Sonne. Dabei legt sie eine Strecke zurück. Wir Menschen haben diese Strecke genommen, in 24 Teile zerlegt und gesagt: Die Zeit, die die Erde benötigt, um ein 24stel der Strecke zurückzulegen, ist eine Stunde. Daraus entstand eine nützliche, jedoch sehr mechanische Sicht der Zeit. Die Uhrenzeit.
Zeit als vierte Dimension hat damit nichts zu tun. Es war und ist für mich eine Herausforderung, meine Erfahrungen in und mit dieser Dimension in Worte zu fassen. Am passendsten finde ich den Ausdruck "Idealität". Ihr Dasein kann nicht unmittelbar wahrgenommen werden. Ich könnte auch sagen, diese vierte Dimension ist ein Schweben aus Information. Somit formt Zeit - Raum. Anders gesagt: Wir können mit unserem Bewusstsein in die Idealität der Zeit reisen und mit einer gereinigten Absicht uns zu jener Variante führen lassen, die wir wählen. Als Ergebnis manifestiert sich unsere Absicht als Realität vor unseren Augen. Aus einer impliziten Ordnung entwickelt sich somit über zahllose Verschiebungen eine explizite.
Dieses Zeitverständnis – geboren aus Erfahrung – ist sehr verschieden von dem, was wir herkömmlich haben. Meist verstehen wir Zeit aus einer monochronen Sicht. Also linear. Von der Vergangenheit über die Gegenwart in die Zukunft. Mein Zeitverständnis ist polychron. Hier sickert die von uns gewählte Zukunft in die Gegenwart… Aus einem grenzenlosen Jetzt, das alle Varianten umarmt und für uns bereit hält. Idealität verfestigt sich zu Realität. Dadurch wird das Ungewisse der Idealität zu unserer Heimat, zu unserer Sicherheit, zu unserem Verbündeten.
Darüber werde ich am 26. November 2010 beim Visions-Abend mit Martin Bertsch und – möglicherweise – Ihnen sprechen. Selbstverständlich werde ich auch Details meiner Forschungen und deren Ergebnisse mit Ihnen teilen. Darauf freue ich mich.