Das Gespräch zur dritten Tagung

Das Gespräch zur dritten Visions Tagung mit Martin Bertsch

Z.: Martin Bertsch, die Tagung 2011 erscheint verändert, schlichter, es fehlen die klingenden Namen.
Martin Bertsch: Das ist richtig. Die Tagung ist als Ganztages-Workshop ausgelegt. Wir haben ja hervorragende Referentinnen und Referenten in den Vorjahren gehabt. Es gibt kaum etwas Interessanteres als einem Hans Peter Dürr zuzuhören, kaum etwas Inspirierenderes als einem Karl Gamper zuzuhören, kaum etwas Ermutigenderes, als einer Barbara Sher zuzuhören, und trotzdem: Wir spürten irgendwie, dass das Potential unten im Raum sitzt und nicht auf der Bühne steht.

Z.: Sind Impulsvorträge also passé?
Martin Bertsch: Wir haben Veränderung gesucht, weil wir überzeugt sind, dass der effektive Nutzwert für die Besucherinnen und Besucher im interaktiven Bereich grösser ist. Es mag spannend sein, einem Vortrag zu folgen und Erkenntnisse zu generieren, aber was geschieht dann? Oft lebt man weiter und ändert keinen Deut im Leben, man weiss mehr, aber nichts hat sich bewegt.

Z.: Und was ist die Lösung?
Martin Bertsch: Die Auslegung der Tagung 2011 ist eine konsequente Weiterentwicklung der ersten beiden Tagungen. Bei der ersten Tagung setzten wir am Nachmittag Workshops an, bei der zweiten haben wir den ganzen Nachmittag als interaktiven Workshop gestaltet, der eigene Prozess stand hier schon im Vordergrund. Nun, bei der dritten Tagung 2011, gibt es nur noch eins: Die Arbeit am eigenen Prozess, das Entwickeln von eigenen Visionen und ihre Umsetzung. Das ist unsere Einzigartigkeit! Es gibt mittlerweile verschiedene visionäre Tagungen. Es geht dabei oft um tolle visionäre Modelle und Konzepte. Wir wollen aber etwas anderes: Wir sprechen nicht von visionären Konzepten, wir entwickeln Visionen und Umsetzungsstrategien, sur place. Wir wollen nicht visionäre Konzepte auf der Bühe bestaunen wie fertige Bilder in einem Museum, wir wollen die Kunst der Visionen in jedem wecken und lebendig machen. Jeder hat das Geburtsrecht dazu!

Z.: Ist das nicht ein hoher Anspruch? Nicht jeder hat Visionen und nicht jeder kann seine Visionen leben.
Martin Bertsch: Es braucht Mut, Visionen zu leben. Ich glaube aber sehr wohl, dass alle Visionen haben, grössere und kleinere, oberflächlichere und tiefere. Vieles, was wir tun, basiert letztlich auf Visionen, viele haben Visionen. Das Problem ist eher, dass wenige sich getrauen, ihre Visionen zu leben. Es ist ein Umsetzungsproblem. Und da sehe ich die Herausforderung, und da möchte ich nochmals einen kräftigen Impuls setzen.

Z.: Und was können Sie all jenen, die in dieser Herausforderung stehen, bieten?
Martin Bertsch: Ich biete einen Entfaltungsraum, wo Gleichgesinnte sich gegenseitig unterstützen. Es ist nicht die Erkenntnis, die uns letztlich einen Mehrwert im Leben bringt, es ist die wirkliche Veränderung, die sich in der äusseren Welt manifestiert. Und genau da setzen wir an, mit pragmatischen Erfolgsteams oder auch der Internetplattform www.einzigartich.net, die zu einem gezielten Projektmanagement und zur Unterstützung in den Klein-Selbsthilfeteams anregt.

Z.: Sie haben viele kreative Elemente in der Tagung!
Martin Bertsch: Ja, die Kreativität bringt uns auf neue Ebenen. Es war uns wichtig, hier den Schwerpunkt zu setzen. In der Kreativität wird sichtbar, was uns manchmal noch verborgen ist. Es sind unbewusste oder halb bewusste Aspekte, die unserem Leben eine neue Richtung verleihen können und zu neuen Ankerpunkten und Kräften führen, wenn wir sie gewahren. Und das kreative Schaffen bringt diese Anteile ins Licht des Bewusstseins und sie können zu einer bewegenden, verändernden Kraft werden, nach der wir uns vielleicht schon lange sehnen.

Z.: Die Tagung findet unter dem Mantel des Visions Forums Schweiz statt. Was ist Ihre Vision für das Visions Forum?
Martin Bertsch: Auch www.einzigartich.net wird vom Visions Forum getragen. Das Visions Forum soll als Verein breit abgestützt sein und ein visionäres Netzwerk bilden, mit der Internetplattform als zentrale Drehscheibe. Aber auch persönliche Treffen in Erfolgsteams, sozusagen der Mikroebene, sind wichtig, dann die Visions Treffs in verschiedenen Städten und die jährliche Tagung. Die Grundlage soll das Visions Manifest der ersten Tagung sein, ein Manifest, das sich an uns selber richtet, eine Verpflichtung für uns selber ist, dass wir unsere Visionen leben, für uns und die Welt.

Z. Martin Bertsch: Herzlichen Dank für das Interview und gutes Gelingen!

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