Sanju Misra: Auf dem Weg des Herzens – eine kraftvolle Vision der Liebe
Vortrag von Sanju Misra an der ersten Visions Tagung des Visions Forum Schweiz, 17.9.2009. Dieser Vortag ist auch als Video erhältlich: hier.
Einen wunderschönen Tag jedem Einzelnen von euch. Ich freue mich sehr, dass die Energie der Liebe auf dieser Tagung eingeladen und willkommen ist, ihren Segen auch für den wirtschaftlichen Aspekt des Lebens beizutragen.
Vielleicht wären noch vor einigen Jahren Wirtschaft und Liebe nicht ohne weiteres zusammen gebracht worden – und vielleicht erscheint auch heute noch dem einen oder anderen diese Kombination ein wenig realitätsfremd. Aber ich glaube nicht, dass wir Gefahr laufen, zu hohe Visionen zu entwickeln und sie zu verfehlen – sondern wohl eher, dass wir zu niedrige Visionen entwickeln könnten und sie erreichen; und das wäre schade.
Insofern möchte ich Euch einladen, mit mir in die Vision einzusteigen, dass die Liebe als die Urkraft des Seins im menschlichen Bewusstsein lebt und sich von dort aus unterschiedslos in alle Lebensbereiche projiziert, und dass sie nicht nur auf den persönlichen, privaten Bereich verbannt werden sollte. Diese künstliche Spaltung – privat ist der Mensch so, beruflich öffentlich so – erzeugt Spannung, Nicht-Authentizität und in Folge Disharmonie in der Welt.
Was ist, wenn wir uns entscheiden, den Weg des Herzens zu gehen, unterschiedslos, ohne Ausnahme, immer und überall? Im Schul- und Bildungswesen, in der Politik, in der Medizin, in der Gerichtsbarkeit, in allen zwischenmenschlichen Beziehungen, im Militär, Forschung, Medien, Kunst, in allen Behörden, in der Natur, überall dort, wo der Mensch wirkt und gestaltet? Warum könnte gerade die Liebe, die wir bisher auf den persönlichen Bereich beschränkt haben, wertvoll werden für den Bewegungswandel im gesellschaftlichen Kontext?
'Die wichtigsten Probleme, vor denen wir stehen', sagt Einstein, 'können nicht auf derselben Denkebene gelöst werden, die sie hervorgebracht hat.' Welche Denkebene hat die Probleme unserer Welt hervorgebracht? Es ist die Ebene des individuellen und nationalen Ego-Bewusstsein, das sich in Abgrenzung zur Welt versteht und diese für sich ausbeutet, getrieben vom Vorteilsgedanken, von Besitz, Geltungssucht, Konkurrenz und Mangelbewusstsein – kurz gesagt von Angst. Das Ego-Bewusstsein nutzt diese Welt, um die eigene Bedürftigkeit und Angst zu stillen. Auf dieser Ebene kann aber nicht die Lösung der Probleme liegen, sondern wir müssten die Ebene wechseln und aus einem transformierten Bewusstsein heraus auf das Leben schauen.
Ich darf in diesem Zusammenhang ein weiteres Mal Einstein zu Wort kommen lassen, der sagte: "Ein Mensch ist Teil des Ganzen, das wir Universum nennen. Ein Teil, das in Raum und Zeit begrenzt ist. Er erlebt sich selbst, seine Geschichte und Gefühle als etwas vom Rest getrenntes – eine Art optische Täuschung des Bewusstseins. Diese Täuschung ist eine Art Gefängnis für uns und beschränkt uns auf unsere persönlichen Wünsche und die Zuneigung zu wenigen uns nahestehenden Personen. Unsere Aufgabe muss es sein, uns durch eine Erweiterung des Mitgefühls und der Liebe, die alle Lebewesen und die gesamte Natur in ihren Schutz mit einbezieht, aus diesem Gefängnis zu befreien.“
‚Auf dem Weg des Herzens – eine kraftvolle Vision der Liebe’. Der Titel mag ein wenig romantisch, süsslich oder verträumt klingen, aber der Weg des Herzens ist alles andere, nur nicht das, und erst recht nicht einfach oder nett. Dieser Weg stellt alles in Frage und auf den Kopf, was wir bisher als richtig und wichtig im Leben gelernt haben. Einfach alles.
Es geht im Folgenden um die Liebe zu uns selbst, zu Menschen, Liebe zur Welt und zum Leben. Wobei mit Liebe nicht das gemeint ist, was sich normalerweise im zwischenmenschlichen Bereich abspielt, wo ich den anderen für das liebe, was er mir gibt, oder indem ich die Welt dann liebe, wenn sie mich gut behandelt.
Liebe ist kein Gefühl: Liebe ist ein Zustand, in den ich mich versetzen kann. Ein Wissens- und Bewusstseinszustand. Dieser Bewusstseinszustand ist ein Zustand von Einssein und Verschmelzung mit der göttlichen Urkraft, in welcher Manifestation auch immer sie mir gewahr wird.
Anders ausgedrückt: Wenn ich etwas betrachte und ich spüre in dem, was ich betrachte, die göttliche Urenergie, die sich dort in eine physische Form gebracht hat und immer noch durchfliesst, dann bekomme ich einen unglaublichen Liebesanfall. Und dieser Liebesanfall ist kein Gefühl, sondern ist ein plötzlich aufflackerndes Erkennen, dass ich ein Teil davon bin. Das heisst, Liebe ist ein Bewusstseinszustand der Einheit. Das, was ich wahrnehme, das Gefühl: Wir sind eins, wir sind identisch.
Liebe ist ein unpersönlicher Zustand; Man hat nicht Liebe zu einer bestimmten Person, man empfindet Liebe zum Sein, zur Welt, zu Menschen, Tieren, Pflanzen, zur Erde, zur göttlich schöpferischen Erfindung, einfach zu allem, womit sich mein Bewusstsein gerade verbindet und es durchdringt.
Und indem ich in meinem Bewusstsein mit etwas verschmelze, damit eins werde, verstehe ich es durch und durch – und alles was ich zutiefst verstehe, kann ich nicht anders als lieben. Zumal ich immer mehr in die Erkenntnis gelange, dass alles was existiert, ein Teil von mir selbst ist, und dass ich selbst ein Teil von allem bin. Das heisst, die optimale Täuschung des bewussten Getrennt-Seins, von dem Einstein spricht, löst sich im Bewusstseinszustand der Liebe auf.
Es ist in sich das Gefühl zu haben: Diese Welt: Ich liebe sie. Dieses Universum: Ich liebe es. Die Menschen um mich herum mit all ihren Schrulligkeiten: Ich liebe sie. Und je mehr dieses Empfinden von Liebe für die Wirklichkeit und die Liebe unserer Wirklichkeit für uns empfunden wird, desto mehr sind wir in der Lage, alle Empfindungen, die existieren, in unser Sein zu integrieren und damit nutzen zu können.
Das Geheimnis unbegrenzter Kraft, unbegrenzter Energie zum Schaffen, zum Verändern, zum Bewegen ist das Geheimnis zu lieben und sich geliebt zu fühlen in Sachen von unbegrenztem Eins-Sein und der Einheit mit dem Prinzip, das alles erschaffen hat. Alles zu lieben, wie es ist, selbst dann, wenn ich es nicht ganz verstehe, das Besondere und Eigenartige und die Vielfalt der Möglichkeiten in dieser Wirklichkeit zu lieben – wie die Freiheit des Denkens, die Intensität des Fühlens, die Schönheit des Visionierens, und überhaupt das ungeheure Geschenk, leben zu dürfen.
Sehnsucht ist die Suche nach dem, mit dem ich eins sein will, verschmelzen will. Je mehr ich meine Sehnsucht befriedige – desto liebesfähiger werde ich. Die unbegrenzte Anzahl aller erfüllten Sehnsüchte ist voller Liebe, weil Liebe die Verschmelzung der Unterschiedlichkeit zur Einheit ist.
Je mehr ich mit allem eins werde, desto liebesfähiger bin ich. Das klingt jetzt abstrakt, ist es aber nicht. Wenn ihr einmal eine Sehnsucht entwickelt habt nach etwas und die Sehnsucht erfüllt sich: Was fühlt ihr dann in dem Moment, wo es sich erfüllt hat? Ein Auflösen aller Grenzen, ein gigantisches Gefühl von Freude, Tränen fliessen, das Herz pocht, alles ist gut, alles ist eins. In dem Moment empfindet ihr Liebe in ursprünglicher Form, die Essenz der Einheit.
Liebe ist vollkommenes Verständnis – und vollkommenes Verstehen vollendet einfach alles, jedes, zu jeder Zeit, an jedem Ort, auch uns Menschen:
- Woher kommt er?
- Wohin will er?
- Was sind seine Sehnsüchte, Visionen, Träume, Wünsche?
- Welche Fähigkeiten, welche Talente hat er?
- Welche Wunden und Verletzungen trägt er und will er heilen?
- Was ist das Einzigartige, das Besondere an ihm?
- Welche Spuren will er hinterlassen, wenn er wieder geht?
- Was will er erlebt, erfahren, begriffen haben in diesem Leben?
- Was ist sein wertvolles Geschenk an das Leben?
- Was aus seiner Vergangenheit hindert und blockiert ihn noch?
- Was will er bewegen für sich und die Welt?
- Was freut ihn, wofür ist er dankbar, was empfindet er als schön und was sagt das alles über ihn?
- Was hilft ihm auf dem Weg seiner Entfaltung, seines Wachstums, seiner Transformation?
- Welche Absicht treibt ihn dazu, etwas zu tun?
Liebe ist das Verstehen der Motivation, was Lebewesen in Bewegung hält und antreibt, sich zum Ausdruck zu bringen. Und in diesem liebevollen Verständnis ist weder Wut, Enttäuschung, noch Trauer möglich und erst recht nicht Haben-Wollen, sondern einfach nur Sein-Lassen und staunende Verwunderung über die Vielfalt des Seins und eine liebevolle Annahme und Bestätigung seiner Existenz.
Die scheinbare Trennung des Beobachters von dem Beobachteten löst sich auf. Denn um zum Beispiel einen Menschen zu begreifen, ist es notwendig, durch und durch zu diesem Menschen zu werden: zu denken, zu fühlen wie diese Person, auf das Leben zu schauen wie sie, zu empfinden wie sie. Wenn dies geschieht, wenn beide Bewusstseinsstrukturen zu einer Einheit verschmelzen, dann beginnt ein grösseres Verständnis sich breit zu machen in dem Wahrnehmenden bis zu dem Punkt, wo das, was wahrgenommenem wird, einen Zustand von Liebe erzeugt.
Das ist für den Verstand, für das Ego, sehr schwer nachzuvollziehen, weil ein Mensch, den man als Individuum empfindet, sich von aussen abgrenzt. Und doch hat es jeder von uns schon einmal erlebt, nämlich als Embryo. Zu der Zeit waren wir noch kein 'Ich', sondern ein 'Wir': Die Mutter und ich waren eins, es gab keine Trennung, nur grenzenlose Liebe (wenn es günstig gelaufen ist). Die Mutter spürt eine tiefe Sehnsucht, das Kind zu begreifen, zu nähren und zum Leben zu bringen. Das Embryo fühlt sich vollkommen geborgen in der Essenz der Mutter, in dem Wissen: sie nährt mich, sie trägt mich, sie wird dafür sorgen, dass ich das Geschenk eines Körpers erhalte.
Wenn wir jetzt in den Zustand der Liebe kommen wollen, ist es notwendig, in eine ähnliche Qualität von Verschmelzung zu kommen. Und dazu ist es erforderlich, die Wahrnehmung von uns selbst zu lösen. Wenn wir uns von uns selbst lösen, uns frei machen von Sorgen und Ängsten um unser eigenes Wohl und uns versenken in jemand anderen – dann kann es möglich sein, ihn ganzheitlich zu spüren.
Das Versenken in etwas anderes ist ein Übungsprozess. In diesem Moment, in dem es uns gelingen würde, uns selbst zu vergessen, uns nicht mehr wichtig zu nehmen, wird es langsam immer mehr möglich, mit unserem Umgebungsfeld etwas anderes ganzheitlich erfassen zu können.
Wenn eine Mutter ihr Neugeborenes betrachtet, dann ist es nicht ausschliesslich ein Betrachten über die Augen. Es ist ein ganzheitliches Spüren des Wesens, das dort liegt. Die Mutterliebe entsteht, indem die Mutter sich erinnert an die Verschmelzung, die Einheit mit dem Baby. Und es geht um dieses Erinnern der Einheit mit dem was ist, wenn es darum geht, den Zustand von Liebe neu zu entdecken.
Liebe hebt die Trennung und die Distanz und Gegenseitigkeit zwischen mir und dem Aussen auf und schafft Verbindung. Leben ist Bewegung. Und was ist Bewegung? Bewegung ist Veränderung. Was ist Veränderung? Die Suche nach Einheit, weil die einzige Motivation hinter einer Veränderung ist, einen anderen Zustand zu erschaffen, mit dem ich eins werden kann, um damit die Liebe zu erfahren.
Wenn ein Mensch jemals in Kontakt kommen möchte mit der unendlichen Kraft der Liebe, dann muss er seine Distanz zur restlichen Wirklichkeit, oder besser gesagt, die Illusion der Getrenntheit zwischen der eigenen Individualität und den anderen Aspekten der Wirklichkeit aufgeben und wieder spüren, dass in ihm selbst, im eigenen Bewusstsein, die Aspekte der Wirklichkeit, alles was existiert, ebenfalls mitschwingt, aber auch, dass jeder Partikel des eigenen Bewusstseins auch ein Teil ist von allem, was ist.
Liebe beginnt durch die Wahrnehmung, dass das Aussen innen vorhanden ist. Und die Umkehrung ebenso gültig ist, dass alles was im Menschen selbst wahrnehmbar ist, die Entsprechung im Aussen zeigt, eine vollkommene Spiegelung. Wer liebt, sieht sich nicht getrennt von einem anderen Menschen und deshalb hat er auch kein Bedürfnis mehr zu werten, denn Wertung entsteht aus einem Gefühl der Getrenntheit und dem Versuch, diese Getrenntheit nach entsprechenden Prinzipien zu ordnen.
Durch die Augen der Liebe erzeugt alles viel, sehr viel Verständnis. Ein Beispiel: Wenn Ihr ein kleines Kind habt, das viele Fehler macht und neugierig versucht, mit bester Absicht diese Wirklichkeit zu erforschen, dann habt Ihr viel Verständnis für diese Fehler, weil Ihr eben unterstellt: Es ist naiv und versucht tapfer, dieses Leben zu begreifen und unter Kontrolle zu bringen. Werden die gleichen Fehler von einem Erwachsenen gemacht, dann ist das Verständnis sehr viel weniger gross. Man findet es überhaupt nicht niedlich, sondern man versucht über ihn herzufallen und ihn dazu zu bringen, sich entsprechend den eigenen Wertevorstellungen zu verhalten und nimmt ihm damit die Freiheit weg.
Während man das Kind noch liebevoll betrachtet, indem man erkennt, ob man selbst diese eigenen Versuche früher getan hat, ist bei der Betrachtungsweise des Erwachsenen dieses Verständnis weg, weil man nicht zugeben will, dass man die eigenen Fehler ebenfalls immer noch macht.
Lieben und verstehen bedingen einander. Wer sich selbst nicht verstehen kann, weil er vieles verdrängt hat, kann auch das Umfeld nicht mehr verstehen, und wer das Umfeld nicht versteht und sich selbst nicht versteht, kommt in die Illusion, dass er das Umfeld braucht um sich selbst ganz zu machen: Und das ist ein Irrtum.
Das Aussen ist ein Ausdruck des eigenen Selbst, eine Widerspiegelung von eigenen Prozessen, die sich in uns selbst abspielen. Alles was uns begegnet, jede Blume, jeder Duft, jeder Mensch, jedes Tier, jede Situation spiegelt einen Teil von uns wider. Alles das, was wir an einem anderen Menschen bemerken, spiegelt eine Seite von uns wider, die wir selbst leben oder leben könnten. So oder so ist er in uns vorhanden.
Das mag am Anfang befremdlich klingen, aber mit der Zeit, wenn Eure Beobachtung sich schult, werdet ihr es erkennen und eine Liebe in Euch selbst dem Aussen gegenüber wird wachsen, unabhängig davon, wie angenehm oder unangenehm das Aussen scheinen mag, es stellt sich ein ganzheitliches grosses Verständnis von Energie an sich ein.
Liebe zu entwickeln zu uns selbst und zum Umfeld heisst, Liebe zu entwickeln zu der Schöpfung an sich. Es gibt keine Trennung – Trennung ist Täuschung. Es gibt keine Trennung zwischen uns und dem Sein. Wir sind das Sein. Das Sein ist in uns.
Alles was sich in uns bewegt, bewegt den Kosmos. Alles was irgendwo im Kosmos geschieht verändert uns selbst, weil es ein Teil von uns ist. Liebe bedeutet, nicht etwas haben zu wollen, von dem wir glauben, wir hätten es nicht. Denn alles, was uns begegnet, ist bereits in uns. Es gilt nur, dies zu entfalten.
Wenn Ihr etwas entdeckt, was ihr schön findet, was ihr haben möchtet, dann fragt euch – wie ist die Entsprechung in mir, ich muss es in mir haben, sonst wären wir uns nicht begegnet, sonst habe ich keine Resonanz. Und dann versucht das, was ihr in euch entdeckt zu hegen, zu pflegen, zum Wachsen zu bringen. Und das, was die Spiegelung im Aussen darstellt, kommt wie von selbst auf euch zu.
Jeder Mensch hat in sich die Ursehnsucht aller Sehnsüchte, nämlich eins zu werden mit der Liebe. Wie dieser Zustand der Liebe gefunden wird, ist abhängig von der Lebensabsicht, die ein Mensch mitbringt und die seinen speziellen Lebensweg bestimmt. Diesen Zustand der Liebe auf der Welt zu finden ist schwierig, weil wir seit der Zeugung angehalten wurden, das Gegenteil zu suchen, und zwar wurde uns beigebracht: 'Es ist wichtig, ein Individuum zu sein'.
Individuum heisst: eine eigenständige Persönlichkeit, die sich abgrenzt, die sich schützt, ihre Eigenständigkeit verteidigt, die sich im Unterschied zum Rest der Welt betrachtet und immer betrachtet, welchen Unterschied macht sie zum Rest der Welt. Ein Individuum, beziehungsweise ein Ego, kommt dadurch zustande, dass es sich anfreundet mit vielen Standpunkten, Standpunkte verstanden als Sichtweisen über sich und die Welt. Je mehr Sichtweisen ein Ego bereit hält und verteidigt und schützt, desto starrer ist sein Wesen, desto grösser ist seine Abgrenzung, desto mehr ist es aber auch abgeschnitten vom grossen Ganzen.
So wie wir erzogen wurden, rankt sich unser ganzes Leben darum, dieses Individuum schützen und lieben zu lernen, aber wenn man sein Individuum lieben lernt, dann kann man das nur, wenn man Achtung davor hat. Und diese Achtung entsteht dann, wenn man sich als Individuum toll findet, wenn man seine Leistung toll findet, sein Aussehen toll findet, wenn man seine Fähigkeiten toll findet.
Also werden wir von klein an dressiert, dass wir ständig Ausschau halten: Habe ich genügend Fähigkeiten, bringe ich genügend Leistung, um achtenswert zu sein?
Diese Koppelung von engen Standpunkten, mit denen ich mich identifiziere, und im Versuch, diese Standpunkte zu rechtfertigen, um mich extrem wichtig zu nehmen und ständig nach Anerkennung und Bestätigung zu heischen von aussen, ist eine gefährliche Mischung, die mich völlig abschneidet vom Rest der Welt. Das heisst, die meisten Menschen fragen nach Einheit mit dem Aussen, verwickeln sich damit und geraten in Abhängigkeit, nämlich dass das Individuum versucht, selbst seine Selbstliebe aufzubauen, indem es bestätigt sein will, Liebesgeschenke haben will, anerkannt sein will, wichtig sein will, indem es Leistung bringt, egal ob diese Leistung sich gut anfühlt oder nicht, indem es Fähigkeiten erarbeiten will, von denen es weiss, dass sie im Aussen gut ankommen.
Und zusätzlich wird noch ein Grössenwahn entwickelt, der besagt: "Meine Sichtweise ist die richtige. Ich weiss, wie es wirklich ist." Und das wird vertreten auf Teufel komm raus, und dadurch wird das Ich starrer und starrer und rückt immer weiter weg von der Liebe und dem Verständnis dessen, was ist.
Die meisten Menschen nehmen alles fürchterlich ernst, beharren auf Standpunkten, beharren auf Versprechen, beharren auf Verträgen, beharren auf ihrem Wertesystem, auf sozialen, moralischen, religiösen und sonstigen Strukturen. Sie beharren immer auf Standpunkten, und wenn etwas nicht den Standpunkten entspricht, die sie übernommen haben, dann sind sie tief innen verunsichert, verletzt, beleidigt, durcheinander, ihre Energie bricht zusammen: Von Liebesfähigkeit keine Spur.
Ein Mensch, der verwickelt ist mit Geld, mit menschlichen Abhängigkeiten, mit philosophischen Abhängigkeiten, mit Werden unterschiedlicher Art, der will immer vom Aussen etwas haben, was seinen Standpunkten entspricht. Und solange er etwas haben will, was seinen Standpunkten entspricht, kann er sich nicht konzentrieren auf das, was im Aussen ist. Er kann es nicht wahrnehmen, weil er beschäftigt ist mit sich und dem, was er bekommt oder gemeinerweise nicht bekommt.
Ein grosses Problem dabei ist: Die meisten Menschen denken, sie sind zu kurz gekommen in der Welt, in der eigenen Geschichte: zu wenig Geld, zu wenig Liebe, zu wenig Zärtlichkeit, zu wenig Anerkennung, Fähigkeiten, Bedeutsamkeit, was auch immer. Und da sie ihrer Meinung nach zu kurz gekommen sind, haben sie einen grossen Drang, diesen Mangel später im Leben auszugleichen und deshalb ist ihre Perspektive ganz stark fixiert auf die Frage: "Kriege ich denn wenigstens jetzt das, was mir zusteht?"
Und sie beginnen sich nun zu verstecken hinter Menschen, hinter Umständen, hinter was auch immer und machen sich in ihren Gefühlen davon abhängig, ob das Aussen ihre Erwartungen erfüllt.
Solange ich aber glaube, ich brauche von aussen das, was ich früher zu wenig gehabt habe, bin ich nicht in der Lage, mich in das Aussen richtig einzufühlen und zu begreifen, was dort vor sich geht. Das heisst, recht viele Menschen sind zu sehr verstrickt mit sich und der Welt und dem, was sie glauben haben zu müssen – und wenn sie es nicht kriegen, schieben sie dem anderen Schuld zu, machen ihn verantwortlich für die eigenen Gefühle. Ängste vor Ablehnung, vor Versagen, vor Einsamkeit treiben sie immer weiter ins egoistische Haben-Wollen. Proportional dazu wächst die Entfernung von Liebe stetig.
Sie lieben das, wovon sie glauben, sie hätten es nicht, aber sie möchten es unbedingt haben und verwechseln Liebe mit egoistischer Habsucht oder Gier. Sie halten an Werten, an Vorstellungen und ganz besonders an ihrer persönlichen Geschichte, an dem, was sie in der Vergangenheit erlebt haben, fest. Sie halten auch fest, was andere Menschen getan haben, besonders in Relation zu ihnen selbst. Und sie versuchen, die Illusion der Getrenntheit dadurch zu stärken, indem sie sich möglichst positiv im Vergleich zur Umwelt darstellen.
Liebe hält nicht fest, Liebe lässt frei. Um den Weg des Herzens oder der Liebe zu gehen, ist es notwendig, aufzuhören, die Liebe im Aussen zu suchen. Das heisst aufzuhören, es wichtig zu nehmen, was andere von mir denken, ob sie mich akzeptieren oder nicht, ob sie mich ablehnen oder nicht, ob meine Leistung genügt, ob ich achtenswert bin, charmant bin oder nicht. All dies ist überflüssig, weil die Grundlage von alldem die grosse Sehnsucht, Liebesbeweise geschenkt zu bekommen, ist.
Liebe kann nur erreicht werden durch die Verschmelzung und das unendliche Verstehen von allem, was ist. Liebe kann einem niemand schenken, auch wenn ein Mensch noch so sehr geliebt wird von einer anderen Person, kann er die Liebe niemals erfahren. Je mehr Liebe er von aussen geschenkt bekommt, desto weniger begreift er, was Liebe ist, es sei denn, es gelingt ihm, selbst die Liebe in sich zu finden, sie in sich selbst zu erfahren, als vollkommenes Verständnis von allem, was ist.
Wer nach Bestätigung sucht – wird nie Liebe finden.
Wer nach Anerkennung sucht – wird Liebe nicht finden.
Wer Angst hat, etwas zu verlieren, kann die Liebe nicht finden.
Wer wertet und bewertet, urteilt und verurteilt, wer nicht mehr erkennen kann, dass hinter allem, was existiert, eine grössere Sinnhaftigkeit existiert, trennt sich. Er trennt sich vom Urzustand des Eins-Sein und kann nicht den Zustand des liebevollen All-Seins erfahren.
Es wäre wichtig aufzuhören, sich selbst als getrennt von allem, was ist, zu verstehen, sondern zu versuchen, andere Menschen, Tiere, Pflanzen, alles was existiert in der Urform zu begreifen, als das lebendige Prinzip hinter allem, was nach Ausdruck strebt und durchaus seine Berechtigung hat und liebenswert ist.
Wer wertet und glaubt, das eine sei besser als das andere, hat nichts verstanden von der Ganzheit und der harmonischen Ergänzung aller Ergänzungsstrukturen. Wer etwas ablehnt, trennt sich von Gott. Wer Liebe im Aussen sucht, ist blind für den Zustand der Liebe in sich.
Liebe kann nicht geschenkt werden, sie kann nur gesucht und entwickelt werden im Bewusstsein in sich – indem dieses Bewusstsein verschmilzt mit allem, was existiert, und in dieser Einheit die kosmische Liebe erfährt.
Ich glaube, das Problem, wenn wir verwickelt sind, besteht darin, dass wir nicht wissen, was Liebe heisst. Wir meinen dann, Liebe heisst, dass einer nun bereit ist, alles zu tun, dass ich für jemanden das Allerwichtigste im Leben bin, dass mich einer pflegt in guten wie in schlechten Zeiten. Habt ihr vielleicht schon einmal gehört, dass einer mir Sicherheit gibt, mir materielle Geborgenheit gibt, gefühlsmässige Geborgenheit, dass er mir alles repariert, was am Haus kaputt ist, meinen Hund Gassi führt, wenn ich krank bin, dass mir einer Tag und Nacht zur Seite steht, so dass ich es im Leben gut habe?
Viele glauben, das wäre 'Liebe', aber tatsächlich ist es alles andere. Diese Art von Betrachtungsweise würde dafür sorgen, dass ein Mensch ständig versucht, sich anzubinden an scheinbar günstige Einflüsse. Er wird nicht mehr locker reagieren können, die Dinge sehen, als das, was sie sind, sondern nur durch die Brille seiner Bedürftigkeit. Und die Angst, das zu verlieren, was ihm im Moment noch gut tut, benebelt seine Sinne, seine Wahrnehmung und schliesst seine Gefühle ein.
Jemand, der sich abhängig gemacht hat von was auch immer, von Geld, von Gefühlen, von Autos, vom Partner, von Eltern usw., der kann unmöglich Liebe erfahren, weil die Liebe ein unverbindliches Verständnis ist und die Freude darüber, dass die Dinge sind, wie sie sind.
Ich kann mich über den Partner nicht bedingungslos freuen, dass er ist, wie er ist, wenn er sich zum Beispiel nächtelang rumtreibt, oder meinen Hund nicht Gassi führt, obwohl er sieht, dass ich krank bin. Weil nämlich immer dann, wenn das, was ich mir so sehr verspreche in meinem Leben, nicht kommt, dann kommen Gefühle auf von Verletzung, von Beleidigung, von Kränkung, von Verunsicherung, von Zweifel an mir selbst. Das heisst also, ich kann ihn gar nicht lassen, und schon gar nicht lieben. Ich liebe ihn nur dann, wenn er meine Liste von Bedingungen, Erwartungen und Regeln brav erfüllt.
Jemand, der verwickelt ist, verliert seine Kontrollfähigkeit und wird von dem kotrolliert, mit dem er verwickelt ist. Das kann der Hunger nach Lebensbeweisen sein, oder die Sehnsucht, endlich jetzt das zu kriegen, was ich früher nie bekommen habe oder was auch immer.
Wer so verwickelt ist, der kann es sich nicht leisten, zu lieben. Ein Mensch kann nur das lieben, wozu er in keiner verstrickten Position steht, ansonsten verliert er sich in den Betrachtungsweisen von: "Gehöre ich dazu, bin ich gerne gesehen und willkommen? Nimmt man mich ernst? Bin ich wichtig genug? Krieg ich noch genug Liebesbeweise? Liebt er mich noch? Oder wandert seine Liebe ab zu einem anderen Menschen?" und so weiter. Das heisst, er ist ständig damit beschäftigt ob er auch kriegt, was er braucht, ob die Milch fliesst.
Wirkliche Liebe kann ein Mensch nur empfinden, wenn er von nichts mehr abhängig ist, wenn er nicht einmal mehr etwas erhofft, sondern wenn er wieder zum neutralen Beobachter wird und sich allenfalls fragt: "Was könnte ich daraus machen? Welche neuen Möglichkeiten eröffnen sich mir? Wie könnte ich mich durch das Geschehene ändern und wachsen?"
Irgendwann hat er die Entscheidung getroffen: "Ich lebe mein Leben aus eigener Kraft, ohne mich abhängig zu machen. Ich brauche nichts. Ich will nichts. Keine Bestätigung, keine Liebesbeweise. Ich lebe mein Leben aus mir heraus für mich und jeder, der daran teilhaben will, den lade ich dazu ein und freue mich, wenn er daran teil hat. Und jeder, der mich teilhaben lässt an seinem Leben – da freue ich mich auch."
Aber nie werde ich mich abhängig machen von irgend jemandem, weder seinem Urteil, noch seiner Meinung, noch seiner Liebe oder seinem Geld. Ich bin, der ich bin, dauernd, überall, zu jeder Zeit.
Wenn ich mich als aktiver Mensch empfinde, der seine Wirklichkeit bewusst gestaltet mit der absoluten Selbstverantwortung für sein ganzes Denken, Fühlen und Handeln: Nur dann kann ich es mir leisten, mich zu öffnen für den Wahrnehmungszustand der Liebe.
Ein Mensch der wie die Erde gibt, um zu geben, ohne etwas dafür haben zu wollen, der liebt, um zu lieben – der kann niemals enttäuscht sein, verbittert sein, verletzt sein und sich schon gar nicht als Opfer empfinden. Er schwimmt im göttlichen Fluss des Lebens und hat nur das Eine für sich: Zu erschaffen und zu lieben.
Liebe ist die Fähigkeit, einen anderen Menschen zu begreifen, durch seine Augen zu sehen, zu spüren, wer er ist, was er tut, wohin er geht im Leben, und ihm alles zu gönnen was ihm gut tut. Wir haben eher gelernt, dem anderen Menschen das zu gönnen, was uns gut tut.
Wenn mein Herz voll werden soll, ist dies überhaupt nur dann möglich, wenn ich zu anderen Menschen eine neutrale Haltung habe, im Sinne von: Sie sind Mensch, sie sind frei, sie sind auf der Suche nach der Entfaltung. Ich bin Mensch, ich bin frei, ich bin auf der Suche nach der Entfaltung. Wir zwei haben nichts miteinander zu tun, ausser dass wir uns vielleicht inspirieren und stützen können, wenn wir uns begreifen und aus dem Begreifen vielleicht Liebe möglich wird, die Liebe, die nichts erwartet.
Liebe ist nur möglich, wenn mir klar wird, ich bin ein Mensch, der ganz alleine ist. Mit einer Aufgabe im Leben, ganz allein, der seinen Weg geht, ganz allein, ohne Bindung an jemanden, ohne Abhängigkeit an jemanden, nur mit tiefer Liebe für alle. Auf diesem Weg könnten wir werden, was wir sein könnten: Nämlich ein geistiges Wesen, mit der Kraft, das Leben aus freiem Willen beliebig zu gestalten, mit dem Ziel, am Ende seine Bestimmung zu finden; das gelebt, gelernt, erfahren zu haben, was unser Herz berührt und was wir dann als Erfahrung mit einem vollen Koffer mitnehmen können in eine andere Dimension, wo auch immer die liegen mag.
Wer ist der neue liebende Mensch, der wir alle werden könnten?
- Er trägt die komplette Verantwortung für die Qualität seiner Gedanken, seiner Handlungen, seiner Worte; das heisst, er reagiert nicht mehr, sondern er agiert gemäss seiner Absichten und Entscheidungen, die er für sich und sein Leben getroffen hat. Er macht seine Gefühle nie abhängig von dem, was andere tun oder nicht tun, er macht sie abhängig von dem, was er will.
- Er sucht die Wandlung, er sucht das Unbekannte und das Unvorstellbare, er sucht die Intensität, die Freiheit und stetiges Wachstum seines Bewusstseins.
- Da er niemanden braucht, kann er es sich leisten, wertfrei und neutral Menschen wahrzunehmen, sie zu spüren, sie zu erkennen. Wie die anderen sich ihm gegenüber verhalten, interessiert ihn nicht. Interessant ist für ihn nur, wie sie sind, wie sie denken, wie sie fühlen und leben, und davon lässt er sich gerne inspirieren und befruchten. Er selbst lässt alle liebevoll sein und achtet ihre Eigenheiten.
- Er lebt in der Gegenwart, handelt spontan und aus der Situation, folgt der Stimme seines Herzens und dem Ruf seiner Visionen, kraftvoll, direkt.
- Er pflegt sein Umfeld, sucht die innige Verbindung zu allem was ist, ist aufmerksam und voller Achtung, frei von Verwicklung, frei von Angst, frei von Wertung, frei von Standpunkten und dem Gefängnis seiner geschichtlichen Prägung.
- Er lässt andere sein und leben wie sie möchten (es ist ja schliesslich ihr Leben), betrachtet sie vorurteilslos.
- Er kümmert sich liebevoll um Partner, Kinder und Haus, aber er wird frei von allem sein.
- Es ist ihm völlig egal, was einer über ihn denkt – Erwartungen erfüllt er grundsätzlich nicht, es sei denn, sie liegen sowieso auf seinem Weg – das macht ihn extrem unabhängig und ausgeglichen.
- Er lässt sich von seiner Sehnsucht, seiner Freude, seinen Visionen durchs Leben ziehen.
- Er hört nur noch auf die Stimme seines Herzens und was immer er tut, tut er aus sich heraus, egal, was jemand von ihm hält, erwartet und will.
- Nur sicher zu überleben ist ihm zu wenig – er will geniessen, er will Freude, er will Energie und Erkenntnis, er will im Herzen berührt sein und sein Leben als sinn- und liebevoll empfinden. Er will Glückseligkeit erfahren – und die, die es möchten, von Herzen teilhaben lassen.
Vielleich denkt jetzt der eine oder andere, wo kämen wir denn hin, wenn jeder nur noch macht, was er will, was ihm Freude macht? Soll ich es Euch sagen? Ins Paradies.
Wenn jeder der Stimme seines Herzens folgen würde, würde er automatisch an dem Ort landen, an dem das grosse Sein ihn gemeint hat. An den Ort seiner Bestimmung. Ich bin davon überzeugt, dass, wenn wir geboren werden, wir einen tiefen Drang in uns haben, etwas Wesentliches – nämlich unserem Leben Entsprechendes – zu tun. Etwas Wesentliches für uns, etwas Wesentliches für die Welt. Wir wollen Lebensqualität steigern, etwas bewegen, berührt sein und berühren, einen Unterschied machen im eigenen Leben und in Leben anderer, wenn sie dies möchten. Wir wollen etwas machen im Leben, was konstruktiv ist, konstruktiv für mich selbst und meine Entfaltung. Aber auch konstruktiv für die Welt und ihre Entwicklung. Oder um es mit den Worten von Kalil Gibran zu sagen: „Bei Deinem Leben wurde Dir Dein Werk ins Herz gelegt.“ Und: „Wir alle sind getragen, genährt und durchflutet von schöpferischer, göttlicher Energie.“ Und diese hat nur ein Ziel: Zu erschaffen und sich zu entfalten an Bewusstsein, Energie, Erkenntnis, Freiheit, Schöpferkraft, Lebendigkeit, Liebe.
Folge ich also den Impulsen meines Wesens, die als Stimme meines Herzens zu mir sprechen, wird mein Weg zum Segen werden: Zum Segen für mich, zum Segen für das grosse Ganze. Davon bin ich zutiefst überzeugt.
Für mich ist eine Vision ein noch nicht manifestierter Traum, der die Kraft hat, Wirklichkeit zu erschaffen. „If you can dream it, you can do it.“ Kannst du es träumen, kannst du es auch leben, hat Walt Disney gesagt und es ausdrucksvoll gelebt. Viele Menschen sehen Dinge, die es gibt und fragen "Warum?" Wir hingegen könnten von Dingen träumen, die es nie gegeben hat und uns sagen: "Warum nicht?"
Wenn wir uns Menschen nehmen, wie wir sind, so machen wir uns schlechter. Behandeln wir uns jedoch, als wären wir, was wir sein wollen, so bringen wir uns dahin, was wir sein können.
Diejenigen von Euch, die diesen Traum einer liebevollen Welt mitträumen möchten, lade ich aus ganzem Herzen ein: "Lasst uns selbst die Veränderung sein, die wir gerne in der Welt sehen würden!"
Und sollte sich beim einen oder anderen eine leise Stimme melden, die sagt: "Völlig utopisch, ausgeschlossen, das wird nie etwas". Dann darf ich nun ein letztes Mal Einstein zu Wort kommen lassen, der hoffnungsvoll meinte: "Eine wirklich gute Idee erkennt man daran, dass ihre Verwirklichung von vorneherein ausgeschlossen erscheint."
Danke, dass ihr mit mir gereist seid!